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Preußen und die Reformation


Samstag, 4. November 2017 | 19.30 Uhr | Nikolaisaal Potsdam
und Mittwoch, 1. November 2017 | 20.00 Uhr | Philharmonie Berlin


Der deutsche Held Martin Luther war für eine ganze Epoche mehr als nur der Initiator einer christlichen Erneuerung. Erfahren Sie mehr, wenn Sie das gemeinsame Konzert der Singakademie Potsdam und des Berliner Oratorien-Chores mit dem Brandenburgischen Staatsorchester Frankfurt besuchen mit Werken aus der Perspektive von drei romantischen Komponisten vor dem Hintergrund ihrer Vorstellungen zur Reformation.

Johannes Brahms „Ein Deutsches Requiem“ op. 45
Otto Nicolai „Kirchliche Festouvertüre“ op. 31
Felix Mendelssohn Bartholdy „Reformations-Sinfonie“ D-Dur/d-Moll op. 107


Die Aufklärung des vorangegangenen Jahrhunderts hatte Skeptiker auf den Plan gerufen, und im 19. Jahrhundert trugen die Zweifel ihre Früchte, begann der religiöse Aufbruch des christlichen Abendlandes. Die dogmatischen Haltungen der Kirchen wurden entweder grundsätzlich in Frage gestellt oder unter Einbezug neuer weltanschaulicher Denkmodelle und Lebensentwürfe in ihrem engen Horizont erweitert. Folglich wurde die Reformation in Deutschland und Europa zum historischen Vorbild für politische und gesellschaftliche Veränderungen schlechthin, die romantischen Vorstellungen vom Mittelalter stilisierten sich nach und nach zum nostalgisch nationalen Selbstverständnis einer Künstler-Ästhetik, die feudale Enge überwinden wollte.

Die Idee der Komposition von Johannes Brahms (1833 – 1897) zum „Deutschen Requiem“ entzieht sich dem liturgischen Kontext der Kirche von Beginn an konsequent, wenn auch die tiefgründige Religiosität der musikalischen Sprache des Werkes in jedem Takt unverkennbar deutlich wird. Brahms war ein gläubiger Mensch auf seine Weise, eben ein ‚Kind seiner Zeit’, ein ‚religiöser Freigeist’, wie der Musikwissenschaftler Malte Korff schreibt. Interessanterweise wird Christus selbst von Brahms in seinem Requiem nicht einmal erwähnt. Die deutsche Bibelübersetzung Martin Luthers steht im Mittelpunkt des „Deutschen Requiems“, dass sich mit den letzten Dingen auseinandersetzt, Tod und Vergänglichkeit thematisiert, aber im wahrsten Sinne ‚für die Lebenden bestimmt ist’ (Korff).

Obwohl Felix Mendelssohn Bartholdy (1809 – 1847) seine „Reformations-Sinfonie“ schon 1829/30 fertigstellte wurde sie erst 1832 uraufgeführt und gilt deshalb als seine Sinfonie Nr. 5. Er komponierte sie anlässlich der 300-Jahr-Feier eines bedeutenden Ereignisses in der Geschichte der Reformation: 1530 wurde Kaiser Karl V. auf dem Reichstag zu Augsburg die Augsburger Konfession präsentiert, die noch heute zu den verbindlichen Bekenntnisschriften der lutherischen Kirchen gehört. Der 4. Satz der Sinfonie ist eine große Bearbeitung des Luther-Chorales „Ein feste Burg ist unser Gott“. Damit setzt der Protestant Mendelssohn dem Reformator ein bleibendes musikalisches Denkmal. Musikalisch arbeitet Mendelssohn im „Kirchenstil“: stark ausgeprägte traditionelle Harmonik, umfängliche Kontrapunktik und das klassische Auftreten einzelner Instrumentengruppen.

Am Konzerteingang hören Sie die 1844 von Otto Nicolai (1810 – 1849) komponierte „Kirchliche Festouvertüre“ über den Choral „Ein feste Burg ist unser Gott“. Sie wurde unter seiner Leitung im Königsberger Dom anlässlich des 300-jährigen Gründungsjubiläums der dortigen Universität uraufgeführt.

Lesen Sie hier mehr zu den drei Werken und ihrer Einordung in die Entstehungszeit.
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Die Singakademie Potsdam freut sich auf Ihren Konzertbesuch.

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Samstag, 4. November 2017 | 19.30 Uhr | Nikolaisaal Potsdam | 18.30 Uhr Konzerteinführung
und: Mittwoch, 1. November 2017 | 20.00 Uhr | Philharmonie Berlin

Otto Nicolai „Kirchliche Festouvertüre“ op. 31
Felix Mendelssohn Bartholdy „Reformations-Sinfonie“ D-Dur/d-Moll op. 107
Johannes Brahms „Ein Deutsches Requiem“ op. 45

Mitwirkende:
Sinfonischer Chor der Singakademie Potsdam
Berliner Oratorien-Chor
Brandenburgisches Staatsorchester Frankfurt
Yvonne Friedli (Sopran)
Till Schulze (Bassbariton)

Leitung: Thomas Hennig

 

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11.November 2018, 17.00 Uhr Nikolaisaal
Konzert gemeinsam mit unserem Partnerchor
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Ralph Vaughan Williams „Dona nobis pacem“

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16.06. Schuljahresabschlusskonzert, Sternkirche

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16.06. Schuljahresabschlusskonzert, Sternkirche

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